Preis einer Rassekatze

 

Ernsthafte, gute Katzenzuchten lieben ihre Tiere. Deshalb suchen wir unsere Tiere sehr sorgfältig aus, schauen, dass sie einen guten Charakter, ein typvolles Aussehen besitzen und aus verantwortungsvollen und gesunden Zuchten stammen. Dann ist kein Weg zu weit und die Zuchttiere kosten um die 1000,- € oder mehr.

Die Elterntiere sollten "PKD" (Nierenerkrankung) und „HCM“ (Herzmuskelschwäche) frei sein – beides Erberkrankungen, die übrigens jede Katze haben kann, nicht nur Rassekatzen. Sie bedeuten für ihre Katze einen schrecklichen Tod, den man vermeiden kann.

 

Damit die Tiere auch gesund bleiben, werden sie von uns regelmäßig entwurmt, tierärztlich durchgecheckt und geimpft. Dann kommen noch sämtliche anderen Blutbilder vor jeder Deckung dazu, wie z.B. FIP, FIV und Leukose, um die Tiere vor diesen ansteckenden Krankheiten zu schützen. Die Blutgruppenbestimmung ist ebenfalls sehr wichtig, da man nicht alle Blutgruppen untereinander verpaaren kann. Es kann zu einer Blutgruppenunverträglichkeit kommen, die durch Unwissenheit meist zum Tod der Kitten führt.

Während der Trächtigkeit wird ein Ultraschall gemacht, damit man sagen kann, wie viele Kitten es werden und damit als „Geburtshelfer“ weiß, wann die Geburt beendet ist und die Katze nicht in Gefahr ist, an einem stecken gebliebenen Kitten qualvoll zu sterben. Und sollte es leider trotzdem dazu kommen, dass die Geburt nicht voranschreitet, muss man ein Röntgenbild und einen eventuellen Kaiserschnitt ebenfalls in Betracht ziehen.

Ich lese leider immer wieder Anzeigen von Menschen, die ihre Tiere noch nicht einmal grundimmunisieren lassen und diese dann für einen Billigpreis verkaufen. Das stimmt mich sehr traurig! Es gibt genügend Fälle, bei denen sich hinterher herausstellt, dass es sich bei dem „Schnäppchen“ doch um eine kranke oder verhaltensauffällige Katze handelt. Im schlimmsten Fall muss man dann mit hohen Tierarztkosten und/oder dem frühen Tod des neuen Familienmitglieds rechnen.

 

Stammbaum? Für was brauche ich den?

Diesen bekommt man nur für ein Jungtier, wenn man in einem Katzenzuchtverein ist, der strenge Auflagen hinsichtlich der Haltung und Zucht hat. So darf ein regulärer Züchter z.B.  in der Regel nur 1-2 Würfe pro Tier im Jahr haben und seine Jungtiere nicht vor der 13. Lebenswoche abgeben. Außerdem kann nur ein Stammbaum Auskunft darüber geben, ob die Tiere durch Inzucht erblich belastet sind, oder nicht.

 

Und dann ist da noch der Charakter! Dieser wird zum einen von den Elterntieren vererbt zum anderen durch das Umfeld geprägt. Wünschen Sie sich Stubentiger, die gut sozialisiert sind, weil sie im Katzenverband aufgewachsen sind? Mit denen man sich liebevoll beschäftigt hat, so dass sie verspielt, zutraulich und verschmust sind?

 

Sucht man ein Kätzchen über die gängigen Internetportale, so wundert man sich doch über die enormen Preisunterschiede. Hier muss man vorsichtig unterscheiden zwischen Schwarzzüchtern und offiziellen Züchtern. ......leider gibt es sie, die Schwarzzuchten mit billigen Preisen......die auf Masse „produzieren“. Es gibt auch "Kellerzuchten" und vieles mehr…..   Es gibt immer mehr Schwarzzuchten, die nicht nur die ordentlichen Züchter betrügen, sondern auch die Käufer dieser Kitten. Sie geben vor ein "Liebhabertier" kaufen zu wollen, dass dann ganz anders eingesetzt wird.

Viele Inserate lauten dann „Reinrassige Britisch Kurzhaar Kätzchen mit Papieren zu verkaufen“. Reinrassig bedeutet dann: die Eltern haben einen Stammbaum. Die Papiere sind dann anstelle des vermuteten Stammbaumes, meist: Impfausweis und gegebenenfalls noch ein tierärztliches Gesundheitszeugnis. Oder „..Kitten mit Stammbaum“, kann auch heißen: da die Eltern ein Stammbaum-Papier haben, haben die Kitten zwangsläufig auch einen „Stammbaum“, aber eben nicht das gemeinte Papier eines anerkannten Katzenzuchtvereins.

Schwarze Schafe gibt es aber natürlich auch unter ordentlichen Züchtern. Deshalb Augen auf beim Katzenkauf !!

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in die Katzenzucht gewähren und ein wenig Licht in den „Anzeigen-Dschungel“ bringen.

Es wünscht Ihnen alles Liebe und Gute!

 

Ihre

Sandra Roder